Lange Zeit hat man auch in der Schweiz auf Atomenergie gesetzt: Rund 40% des Schweizerischen Strombedarfs werden derzeit mit Energie aus Atomkraft gedeckt. Die jüngsten Ereignisse im Atomkraftwerk Fukushima in Japan haben aber gezeigt, wie gefährlich diese Technologie nach wie vor sein kann. Zwar sind solche Zwischenfälle äusserst selten, doch können sie leider niemals ganz ausgeschlossen werden. Wie jede Form der Energiegewinnung bringt also auch die Kernenergie verschiedene Vor- und Nachteile mit sich, die es gegeneinander abzuwägen gilt. Bei der Diskussion rund um einen Atomausstieg in näherer Zukunft darf nicht vergessen werden, wie aufwändig und kostspielig ein Rückbau der vier bestehenden Schweizer Atomkraftwerke wäre. Zu diesen Überlegungen hinzu tritt die Tatsache, dass alternative Energie-Technologien momentan kaum in der Lage wären, solch grosse Mengen an Strom zu liefern wie dies die Atomenergie derzeit macht.
Neben dem Risiko eines atomaren GAUs, also eines massiven Störfalles, birgt die Energiegewinnung aus Atomkraft weitere Risiken. Nach wie vor ungeklärt ist die Frage der Entsorgung radioaktiver Abfälle. Der sorgfältigen Analyse und Beantwortung dieser Frage hat sich die NAGRA angenommen. Dieses Kürzel steht für „Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle“ und bezeichnet die von Bund und Schweizer Volk beauftragte Institution, welche sich mit der Ausarbeitung nachhaltiger Lösungsvorschläge rund um die Entsorgung von Atommüll befasst. Die Tatsache, dass bei der Energiegewinnung aus radioaktivem Uran strahlender radioaktiver Abfall entsteht, muss akzeptiert werden. Allerdings kann eine nachhaltige Lösung des Entsorgungs-Problems nicht darin bestehen, den Atommüll in provisorischen Anlagen zwischen zu lagern und das Problem an künftige Generationen abzuschieben. Zwar sind die Zwischenlager – kurz Zwilag – durchaus für eine mehrjährige Nutzung konzipiert, doch sollten sie, wie der Name schon sagt, nur eine zwischenzeitliche Lösung sein. Daher forscht die NAGRA seit mehreren Jahren intensiv an der Entwicklung von sicheren Tiefenlagern für leicht-, mittel- und hochaktiven Abfälle. Eine sichere Lösung für die Endlagerung dieser Abfälle bedeutet eine Entlastung für jedes einzelne Schweizer Kernkraftwerk.
Eine interessantes Video zum Thema: Wie funktioniert eine Kernkraftwerk, ist zu finden auf den Informationsseiten zur Kernenergie.ch.